Wie ernährt sich ein Genuss-Yogi?

Bei der riesigen Auswahl von Ernährungsvorschlägen und Diäten kommt man sich mittlerweile ein wenig wie im Dschungel vor. Die Paleo Diät ist bei den Google Suchanfragen mittlerweile auf Nummer eins. Davor waren es die Atkins Diät und die Low Carb Diät.  

 

Welcher Diät oder Ernährungsform soll man nun aber glauben schenken und was bewährt sich über mehrere Jahre? Schon verrückt, dass ein menschliches Grundbedürfnis wie die Nahrungsaufnahme in unserer heutigen Zeit so vielen wechselnden Trends unterliegen kann. 

Ganz nach dem Motto, dieses Jahr mache ich Paleo, letztes Jahr habe ich die Pudding-Diät gemacht und nächstes Jahr stelle ich auf makrobiotische Kost um. Irgendwie ein bisschen idiotisch unsere Welt.

 

Ich glaube, wenn jeder von uns wieder auf sein ganz eigenes individuelles und intuitives Bauchgefühl hören würde, hätten wir weniger Essstörungen und wären alle weitaus gesünder. Mit dieser natürlichen Intuition würden wir allesamt weniger essen, wir hätten mehr Gefühl für Sättigung und Menge und würden uns ausgewogener ernähren. Unsere Verdauung fängt im Grunde genommen bei der Zubereitung der Nahrung an und geht weiter wie wir die Nahrung zu uns nehmen. Wir sollten unsere Nahrung möglichst immer sitzend ohne Ablenkungen zu uns nehmen. Fernseher und Social Media haben bei der Nahrungsaufnahme nichts verloren.

Bevor du Nahrung zu dir nimmst, frage dich immer, bin ich hungrig, was gibt mir Energie, was macht mich glücklich?

 

Bitte verbiete dir keine Nahrungsmittel. So mehr du dir verbietest, desto mehr denkst du daran und deine Gedanken kreisen nur noch um die verbotene Schokolade, das leckere Tortenstück, die Pizza. Gönne dir hin und wieder mal was, was nicht jeden Tag auf deinem Speiseplan steht. Aber dann tue es ganz bewusst und geniesse jeden einzelnen Bissen und vielleicht brauchst du davon gar nicht die ganze Portion. Vielleicht reicht die Hälfte und du bist schon glücklich und satt.

 

Ich möchte euch 6 einfache Genuss-Tipps mit auf den Weg geben. Es sollen keine Regeln sein, sondern ermuntern vielleicht ein wenig umzudenken und bewusster mit dem Thema Nahrung umzugehen. 

 

Tipp Nummer 1: Trink mehr Wasser!

Bevor wir ans Essen überhaupt denken, sollten wir unseren Wasser-Salz-Haushalt prüfen. Wir verwechseln häufig Hunger mit Durst. 

Wasser gilt für mich als flüssige Nahrung. In unseren Breitengraden sogar gratis aus dem Hahnen zu beziehen. Wenn du morgens aufstehst, was gelüstet dich am meisten? Bevor ich meinen ersten Kaffee zu mir nehme, brauche ich am Morgen erst einmal Wasser. Unser Körper besteht zu 50% - 55% aus Wasser (Frauen), bei Männern sind es sogar 60% - 65% Wasser. Ohne Wasser können wir nur einige Tage überleben. Ohne Nahrung einige Wochen. Deshalb stimmt für mich bis heute keine Ernährungspyramide. Bei der ältesten uns bekannten Ernährungspyramide sollen wir am Besten jeden Morgen Kellogg’s Cornflakes mit reichlich Milch zu uns nehmen. 

Unsere Muskelzellen bestehen zu ca. 75% aus Wasser, also gebt ihnen Wasser. Gemüse mit hohem Wasseranteil wie Gurken, Tomaten sind hervorragend oder auch Obst wie Wassermelonen, um den Körper mit reichlich Flüssigkeit zu versorgen. 

Ich persönlich lasse mein Wasser gerne über Nacht in einer Glasflasche mit Rosensteinen setzen. Das beruhigt das Wasser und abgestandenes Wasser schmeckt tatsächlich besser. 

Wer sich mehr mit dem Thema Wasser auseinandersetzen möchte, sollte unbedingt das Buch Wasser und Salz von Barbara Hendel und Peter Ferreira gelesen haben. Die Wasser-Bibel, die in keinem Haushalt fehlen sollte. Ausserdem empfehle ich euch Bücher von Emoto, einem japanischen Wissenschaftler, der sich ausgiebig mit Wasser und seinen Eigenschaften beschäftigt hat. 

 

Tipp Nummer. 2: Esse mehr Gemüse!

Gemüse macht gesund satt und liefert uns eine kalorienarme basische Portion an Ballaststoffen. Ballaststoffe funktionieren wie ein Besen. Ohne Ballaststoffe kann keine Verdauung optimal funktionieren. Dieser Ballaststoff-Besen hilft bei jeder Mahlzeit, dass alles reibungslos weitertransportiert wird. Fleisch und Käse und alle tierischen Eiweisse würden viel länger in unseren Verdauungsorganen verweilen. Die Ballaststoffe transportieren es munter weiter. Wer keine Ballaststoffe zu sich nimmt, der weiss wie lange es manchmal braucht, bis oben rein unten raus. Und das ist gar nicht gut. So länger unser zerkleinertes Essen im Verdauungstrakt bleibt, desto mehr Zeit hat der Körper auch Giftstoffe aufzunehmen, die der Besen eigentlich schon längst entsorgt hätte. Und wer mal wieder aufs Kleingedruckte unserer Fertigprodukte schaut, weiss was ich mit Giftstoffen meine.

 

Tipp Nummer 3: Qualität vor Quantität!

So hochwertiger deine Nahrung, desto weniger wirst du essen. Wer schon einmal Gemüse ganz frisch aus dem Garten geerntet und verzehrt hat, der weiss, wie viel Energie in einer Mohrrübe oder Radieschen steckt.

Versuche möglichst häufig Bioprodukte und Produkte vom Markt oder Bio-Bauern zu konsumieren. Das mag auf den ersten Augenblick teuer erscheinen, aber du wirst auch schneller satt von diesen gesunden Produkten.

Das darf Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Geflügel, Ei und auch Milchprodukte sein. Es kommt ganz darauf an, was du für ein Körpertyp bist, was du gut verträgst und wie bewegt dein Alltag ist. Ganz individuell verschieden. 

Es gibt keinen Tipp „Esse weniger“! Ich sage, achte auf deine Qualität und du bist schon beim Anblick satt. 

Du glaubst nicht, dass das funktioniert? Dann solltest du deine Gewohnheiten im Geist überprüfen und eventuell alte Gewohnheiten löschen und qualitativ hochwertige Ernährungsgewohnheiten neu einprogrammieren. 

In unserer Konsumwelt ist es leider zu einfach geworden, quantitative Gelüste als normal anzusehen. Ist es aber nicht! Beobachte dein Essverhalten! Es geht schlussendlich um die Ressourcen der Mutter Erde. Versuche saisonales Obst und Gemüse zu kaufen. Erstens bekommt ihr so einen weitaus höheren Vitamingehalt und zweitens schont ihr die Umwelt. Denke bitte daran, dass jede Banane, die du verzehrst einen langen Weg hinter sich hat. Bananen werden grün geerntet und auf ihren Weg geschickt. Bei uns angekommen werden sie künstlich nachgereift, damit wir sie als gelbe künstlich gereifte Bananen im Supermarkt kaufen können. Eine frische Banane in Costa Rica oder eine frische Mango aus Puerto Rico hat einfach einen ganz anderen Nähr- und Energiewert. Ich geniesse mittlerweile wieder heimische Produkte und habe zu Hause kein grosses Verlangen nach tropischen Früchten. Importiertes Obst und Gemüse schmeckt mir nicht mehr. 

 

Tipp Nummer 4: Esse alle sieben Farben des Regenbogens!

Das kommt aus dem Ayurveda. Versuche bei jeder Mahlzeit deinen Teller so bunt und schön wie möglich anzureichern. Somit ist gewährleistet, dass du alle Geschmacksrichtungen, aber auch eine grosse Menge an Vitaminen und Mineralstoffen zu dir nimmst. Ausserdem isst das Auge bekanntlich mit und wer schon beim Anrichten der Nahrung Liebe ins Detail steckt, bekommt schon jetzt Energie und braucht gar nicht so viel zu essen. Also ganz wichtig, wie du deine Nahrung zubereitest. Nahrung schmeckt anders vom Teller. Meide Nahrung aus Plastikverpackungen so weit es geht. So mehr Fast Food du konsumierst, desto mehr läufst du Gefahr, mehr und mehr davon zu wollen. Der Kreislauf beginnt. Also bereite deine Nahrung so oft wie möglich selbst zu. Bereite dir kleine gesunde Snacks zu, die du mit nimmst, wenn du hungrig bist. Vermeide ein zu viel an Fast Food. Wähle die Variante Slow Food und bereite möglichst oft Nahrung selbst zu. Fast Food macht müde und lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und schnell wieder abfallen. Das ist der Grund, dass wir nach Fast Food nie satt sind, wir wollen mehr und mehr und mehr. 

80% der Fertigprodukte im Supermarkt enthalten Zucker. Erschreckend. 

 

Tipp Nummer 5: Gesunder Rhythmus und Rituale!

Unser Organismus liebt Rhythmus und Rituale. Es gibt nichts Schöneres als seine Mahlzeiten möglichst täglich zu den gleichen Zeiten einzunehmen. Das hat mit unserer Organuhr zu tun. Gewisse Organe schalten über Nacht ihr Betriebssystem runter. Sprich die Leber verdaut nicht gerne Speisen nach 9 Uhr. Wer zu später Stunde isst und versucht danach zu schlafen, kennt dieses Gefühl. Nahrung wird nicht verdaut, Verweildauer im Magen verlängert sich, Gärung beginnt. 

Unser Dünndarm arbeitet am Besten, wenn wir entspannt sind. Mit zu vielen Stresshormonen im Blut kann der Dünndarm seine Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Entspannt Essen, aber auch danach noch einen entspannten Spaziergang machen bevor es wieder an den Schreibtisch geht. Rhythmus ist natürlich sehr individuell, dass muss jeder für sich rausfinden. Ob man morgens ein Frühstück braucht oder nicht ist sehr individuell. Auch wie viele Mahlzeiten man am Tag braucht ist individuell verschieden. Dazu kann ich nur empfehlen sich mit den drei ayurvedischen Grundkonstitutionen (Vata/ PItta/ Kapha) zu befassen. Wenn du fünf Mahlzeiten brauchst, dann nehme fünf mal am Tag Nahrung auf. Wenn du nur zwei Mahlzeiten brauchst bist du  wahrscheinlich ein Pitta- oder Kapha-Typ. Jeder Mensch hat einen anderen Stoffwechsel und dass muss berücksichtigt werden. 

 

Tipp Nummer 6: Esse alles was du magst!

Mein Lieblings-Tipp! Verbiete dir nichts! Liebst du Schokolade, dann esse Schokolade. Ich spreche nicht von einer Schokoladentafel, ich spreche von einem Stück Schokolade zum Kaffee. Auf die Menge und die Qualität kommt es an. Siehe Tip Nummer 3. 

Ausserdem steckt in Schokolade jede Menge Seretonin, ein Botenstoff der uns glücklich und zufrieden macht. Also warum darauf verzichten?

Wenn du diesen Tipp beherzigst, dann darfst du dir auch einen Käsekuchen nach einem harten Workout gönnen, du darfst auch Käse und ein Glas Wein in guter Gesellschaft geniessen.

 

Eine gute gesunde und ausgewogene Ernährung tut der Psyche und der Seele gut!

 

eat less

move more

change your habbits to a healthy lifestyle

 

Eure Sylvi