Loslassen - Traditionen brechen!

 

Jetzt, wo ich die Perfektion endlich losgelassen habe, räume ich weiter auf und lasse auch sämtliche Traditionen fallen. 

 

Jeder Lehrer, egal auf welchem Gebiet stösst sicher irgendwann auf Selbstzweifel, am Unterrichten nach massgeschneiderten Methoden. Was für einen selbst funktioniert, funktioniert bei Anderen überhaupt nicht. 

 

Schon lange nachdem ich die klassische Hatha-Yoga-Ausbildung in Griechenland beendet hatte, merkte ich, dass ich so nicht unterrichten kann. Schüler, die zu mir kamen und mehr als 8 Stunden sitzende Tätigkeit hatten, wollte und konnte ich nicht schon wieder in eine sitzende Haltung bringen. Sie sehnten sich nach Bewegung, Mobilität und Gelenkfreiheit. Gerne sage ich dazu „Entrostung“!

 

Bei all den verschieden Yoga-Stilen heute, traditionellen und „reformierten“, geht es schlussendlich nur um Eines. Freiheit zu erlangen, im Körper, wie im Geiste. 

 

Deshalb darf man sich auch als Lehrer die Freiheit nehmen, das Altbekannte mit neuen Ideen zu bereichern, so lange es zum Wohle des Schülers passiert.

 

Das traditionelle Yoga aus Indien, was wir heute kennen, stammte aus einer Zeit, wo nur Männer Yoga praktizieren durften. Die indische Bevölkerung hat viel beweglichere Gelenke als wir Europäer. Aber dafür fehlte es den Männern an Kraft. Und so entstanden diese für uns häufig akrobatischen Yogapositionen, die für einige von uns schier unmöglich scheinen. Den Indern war es eine Leichtigkeit einen Fuss hinter den Kopf zu klemmen. Deshalb brauchten sie noch eine weitere Herausforderung. Armbalancen mit Füssen hinter dem Kopf, um nur ein Beispiel zu nennen. So bauten sie ihre Kraft auf. (Foto s.u.)

 

Heute haben wir 80 % weibliche Yoga-Teilnehmer. Frauen bringen von Natur aus eine weit grössere Beweglichkeit mit als Männer. Aber dem Europäer fehlt die grössere Bewegungsfreiheit in den Gelenken. 

 

Dazu kommt es, dass es in weiten Teilen Indiens sehr viel wärmer als in unseren Breitengraden ist. Sprich, es braucht ein viel weniger langes und intensives Aufwärmen, um Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke auf fordernde Positionen vorzubereiten. Dazu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit, die wiederum gewisse Positionen viel einfacher machen. Im Ashthanga Yoga wird nur sehr leicht bekleidet trainiert, um gewisse Übungen besser einnehmen zu können. 

 

Das Foto im Anhang zeigt die Yoga-Pose „Yoga Mudra“. Diese Position kann ich zu Hause kaum ausführen und habe die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben. Meine Ausrede, meine Schultern seien zu breit, meine Arme zu kurz. Woche für Woche wurden meine Hüftgelenke zwar beweglicher, aber dennoch konnte ich nicht beide Arme hinterm Rücken kreuzen und gleichzeitig an beide Füsse greifen. Solche Positionen sind in warmen Regionen viel leichter auszuführen als bei uns zu Hause.

 

Für mich und meine Praxis und auf meinen Unterricht bezogen, heisst das, löse dich von Traditionen, folge deiner Intuition, akzeptiere die Anatomie jedes Schülers und zeige Variationen. Passe deinen Unterricht an die Zielgruppe an und auch an Klimazonen. 

 

In diesem Sinne, stay tuned und suche mehrmals im Jahr Unterschlupf in warmen Gefilden und lasse deine Praxis an der Sonne reifen.

 

Eure Sylvi

Flow - Summary from Mihaly Csikszentmihalyi

I love how some things always come back in life. When you attract certain things they will follow you a life long! Many years ago I read the book "Flow" in German! Now I got a little summary in English I wanna share with the blog community. Of course it flows in English even more!

And everyone who understands "flow" knows that being creative, do what you love, do it often - is easy to get into flow! My flow surf and yoga, nature and photography and many more. Every night I go to bed I can't wait to get up next morning and do what I love the most: Flow ...

Summary from the book "Flow":

Working on something special brings people into a particular state of happiness and joy, which Csikszentmihalyi calls „flow": The greatest moments of happiness and pleasure occurred when people pursued a creative activity.

You’re completely focused on one thing and can block out the outside world. There is a feeling of clarity. You know what to do now, and what the next step looks like. An inner certainty tells you that the task is to create your own ideas and actions to move forward. There are no doubts about the outcome or what others might think. The time flies by—forgotten—it’s not important. The inner motivation is enough of a drive to just do it.

Do more of what makes you happy—This is a common saying shared on the Internet. It’s available to buy as a sticker. Do more of what makes you happy. Easier said than done. Even if we know what makes us happy, the beginning is often infinitely difficult.

Often enough our own doubts stand in our way. The fear of not having the necessary abilities, not being a professional. The question of whether it’s worth the work involved. What if the attempt fails?

Once the doubts take over, the creative confidence goes out the window. The longer you reflect on it, the harder it is to get started.

 

Don't waste your time. Start now! Be your own creator and go with the flow!

 

Best

Sylvi

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Don't worry - be happy!

Wenn Dir mal wieder die Decke auf den Kopf fällt und sich die Welt wie eine grosse graue Wolke anfühlt, dann bleibe ganz ruhig. Deine Welt sortiert sich nur gerade neu.

 

Wenn Du glaubst, Du bist allein mit deinen Problemen, dann liegst Du falsch. Allen Menschen geht es gleich. Probleme sind zum wachsen da und jeder Mensch durchgeht mal Zeiten, die nicht einfach sind. Also sorge Dich nicht. Nur wenn Du glaubst, Du bist die Einzige oder der Einzige mit Problemen, dann hast Du wirklich ein ernst zu nehmendes Problem, weil Du Dich so ungeheuer wichtig nimmst. 

 

Woher kommt der Begriff Problem eigentlich? Im griechischen und auch im Latein spricht man von problema, was so viel bedeutet wie Vorsprung, Klippe oder auch Hindernis. Pro bedeutet im griechischen vorn, voran, voraus, vorwärts.

Das sind doch alles sehr rosige Aussichten, um ein Problem eher als Meilenstein zu sehen, um daran zu wachsen, eine Hürde zu nehmen und sich zu freuen, wenn man das Problem gemeistert hat.

 

In der spanischen Sprache scheint es weitaus weniger Probleme zu geben als in unserem Sprachgebrauch. So heisst es doch so schön

no problema - no problema! Vom Pura Vida der lateinamerikanischen Völker könnten wir noch viel lernen, um einzutauchen in  ein glückliches zufriedenes und gelassenes Leben ohne einen Rucksack voller Probleme. 

 

Auch im indischen Kulturkreis geht man anders mit Problemen um, als hierzulande. Vielleicht hilft Euch dieser indische Dialog zu einem humorvolleren Umgang mit eigenen Hürden im Leben:

 

Hast Du ein Problem im Leben?

Nein. Dann sorge Dich nicht. (Du musst nicht weiterlesen)

Ja. 

Kannst Du was dagegen tun?

Ja. Dann sorge Dich nicht. (Du musst nicht weiterlesen)

NEIN. Du kannst nichts dagegen tun, dann sorge Dich nicht! 

Du bist also machtlos für Dein Problem, dann lerne zu akzeptieren. Don’t worry - be happy!

 

Und zum Abschluss noch ein kleine treffende Geschichte von den Problemen der anderen:

In einem Dorf stand einmal ein uralter Baum. Eines Tages wurden alle Dorfbewohner eingeladen, um ihre Sorgen, Probleme und Nöte gut verpackt an diesen Baum zu hängen. Aber nur unter der Bedingung, dass sie ein anderes Paket mitnehmen. Und so geschah es auch. 

Zu Hause wurden die fremden Pakete geöffnet. Doch es machte sich Bestürzung breit. Die Sorgen und Probleme der anderen schienen viel grösser zu sein, als die eigenen!

Und so liefen alle wieder zurück zu dem alten Baum. Sie nahmen statt der fremden Pakete wieder ihre eigenen, hängten die fremden zurück an den Baum und gingen erleichtert zurück nach Hause. 

 

Ich wünsche Euch ein glückliches zufriedenes Leben, dass Ihr alle Hürden nehmt, Euren Rucksack immer mal wieder öffnet und ausräumt und eines Tages ohne Rucksack, ganz leicht und unbeschwert durchs Leben zieht. 

 

Eure Sylvi

Love yourself. Forgive yourself. Be true to yourself.

Der römische Dichter Ovid hat es folgendermaßen beschrieben: Um geliebt zu werden, sei liebenswert! Eine liebenswerte Person ist natürlich und authentisch. Um attraktiv und liebenswert zu sein, übe Dich in liebevollen Gedanken. Jede Beziehung sollte auf Liebe, Frieden, Vertrauen, Mitgefühl, Freude, Leidenschaft, Inspiration, Rücksichtnahme und Großzügigkeit aufbauen, zu Dir selbst und zu anderen.

 

Um Bestimmtes in unser Leben zu ziehen, müssen wir erst einmal etwas geben - und zwar aus freien Stücken und unaufgefordert. Wenn wir z.B. Akzeptanz und Anerkennung wünschen, sollten wir offen gegenüber anderen sein und sie akzeptieren, wie sie sind und zwar wertfrei. Don't judge.

Was Du gerne haben möchtest, gebe grosszügig und verschwenderisch an Deine Mitmenschen. Frage Dich, wovon möchtest Du gerne mehr in Deinem Leben haben und wie kannst Du das anderen geben? Verankere den folgenden Gedanken: Ich ziehe das an, was ich bin.  

 

Verzeihen und vergeben.

Wir müssen in der Lage sein, uns von vergangenem Ärger zu lösen. Wer nachtragend ist befindet sich in der Vergangenheit und trägt emotionales Leid mit sich herum. Die Gabe des Verzeihens ist nichts anderes als ein Geschenk an uns selbst, um über alten Ballast hinwegzukommen. Manchmal müssen wir jemandem viele Male vergeben, bevor es uns gelingt die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Sobald wir die ersten Schritte unternehmen, spüren wir wie unser Herz leichter wird. Anderen zu verzeihen ist gut, es macht frei. Übe dich im Vergeben, Vergessen und zeige Mitgefühl.

Gibt es Menschen in Deinem Leben, die Dir Unrecht zufügten oder stehst Du Dir möglicherweise selbst im Wege? Häufig ist es so, dass der Mensch, der am meisten Deine Vergebung benötigt, Du selbst bist. Denk mal darüber nach. Übe Dich im Loslassen und sei geduldig mit Dir selbst.

 

Die Welt ist mein Spiegel - sei ehrlich zu Dir und anderen.

All unsere Beziehungen sind eigentlich nichts anderes als Spiegel unserer selbst. Menschen, die wir anziehend finden, tragen meist Züge von uns selbst, nur ein wenig mehr davon. Wir genießen ihre Gesellschaft, weil wir im Unterbewussten denken, dass wir es so schaffen, diese Züge in unserem eigenen Leben noch mehr zum Vorschein kommen zu lassen. Wir halten Abstand von Leuten, die Züge aufweisen, mit denen wir uns auch in uns selbst nur ungern beschäftigen, unsere Schattenseiten.

Diese Spiegelfunktion unserer Beziehungen ist sehr hilfreich, um uns selbst besser zu verstehen. Je mehr wir es schaffen, sowohl das Licht als auch die Schatten in uns zu umarmen, desto mehr gelingt es uns, liebevolle und gesunde Beziehungen zu uns selbst und zu anderen zu führen. Liebe Dich selbst und Du bekommst Liebe zurück! Alles, was ich suche, ist in mir.

Frage Dich,  was ist das Beste und Liebevollste, das ich im Moment für mich tun kann? Die Antwort kommt von Deinem Herzen. 

 

Zufriedenheit bringt das höchste Glück. Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, auch wenn dieses mal schwierig ist. Glücklich sein, mit dem was wir haben, anstatt unglücklich zu sein, was wir nicht haben, aber vielleicht die anderen. 

 

Love yourself. Forgive yourself. Be true to yourself. How you treat yourself sets the standard for how others will treat you.

 

Eure Sylvi

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Yoga ist nicht gleich Yoga - welcher Stil passt zu mir? 10 bekannte Yoga-Richtungen der Reihe nach:

1. Hatha-Yoga

 

Hatha-Yoga ist im Grunde genommen die Basis für alle weiteren Stile. Durch Atemübungen, Meditation und wenig schweisstreibende Übungen soll der Körper zurück ins Gleichgewicht gebracht werden. Ein harmonischer Stil für alle Einsteiger um Körper, Geist und Seele wieder in Balance zu bringen. 

 

2. Asthanga-Yoga

 

Diese sehr anspruchsvolle Übungsreihe wird immer gleich ausgeführt und von erfahrenen Lehrern in Sanskrit durchgezählt. Kein Yoga für Einsteiger. Spätestens nach der Hälfte der Stunde ist man schweissgebadet. Es braucht viel Kraft, um immer wieder durch die dynamischen Bewegungsabläufe zu gelangen. Diese werden von erfahrenen Asthangi-Yogis sogar springend absolviert. Die immer gleiche Abfolge führt nach jahrelanger Praxis zu einer Art Meditation, sozusagen eine bewegte Meditation in grösster exakter und graziler Ausführung. Empfohlen für pünktliche disziplinierte Yogis, die Strukturen lieben. 

 

3. Power-Yoga

 

Diese abgewandelte Form des Ashtanga-Yoga wurde von dem Amerikaner Bryan Kest in den Neunzigern populär. Bei diesem Stil gibt es keine vorgegebene Abfolge der Übungen. So kann der Lehrer besser auf das Level der Schüler eingehen. Trotzdem sicherlich einer der körperlich anstrengenderen Stile, aber ohne indische Dogmen. 

Der Gründer Bryan Kest bezeichnete seine Art Yoga zu praktizieren als „ermächtigend", im Englischen „empowering“. So entstand der Name Power Yoga. 

 

4. Bikram-Yoga

 

Wird auch als Hot Yoga bezeichnet. Es werden 26 Übungen bei warmen 38°C ausgeführt mit jeweils zwei Wiederholungen. Wer es gerne warm und heiss mag, wird schnelle Erfolge in seiner Beweglichkeit feststellen. Intensiv und schweisstreibend sorgt das Yoga für geschmeidige Muskeln, Sehnen und Bänder und soll den Körper beim „entgiften“ unterstützen.

 

5. Vinyasa-Flow

 

Eine fliessende dynamische Übungsabfolge, für alle Yogis mit Grundkenntnissen. Perfekt für Sportler, die eine Ergänzung zu ihrem Training suchen und nicht so gerne lange still halten können. Die einzelnen Übungen werden mit der Atmung verknüpft und fördern Ausdauer, Balance und Beweglichkeit gleichermassen. 


6. Jivamukti-Yoga

 

Ein spiritueller Stil aus New York stammend, der mit passender Musik der jeweiligen Metropole untermalt wird. Auch Mantra-Gesänge sind fester Bestandteil der Stunden. Hier hält man sich streng an vegane Ernährung. Die Übungsabfolge ähnelt dem Vinyasa-Flow. 

Ein Stil für suchende Yogis, die keine Mühe mit strikten Dogmen haben.

 

 

 

7. Sivananda-Yoga

 

Ein sehr spiritueller Stil, bei dem zu Beginn der Stunde Mantras rezitiert werden. Danach folgen  Atemübungen und wenig später steht man auch schon im Kopfstand. Eher geeignet für erfahrene Yogis, die sich gerne mit spirituellen Themen befassen und ein wenig Vorkenntinisse mitbringen. 


8. Iyengar-Yoga

 

Mit Blöcken, Gurten, Bolstern und Stühlen wird der Yogi hier perfekt in einzelnen Übungen ausgerichtet. Die Anweisungen erfordern Zeit, dementsprechend wenig dynamisch ist der Stundenaufbau. Vorteil ist ein sehr therapeutischer Ansatz, für Laien wie Fortgeschrittene gleichermassen geeignet. 

 

9. Kundalini-Yoga

 

Hier geht es ausschließlich um Energie. Es geht um die Frage, wie erwecke ich meine Kundalini, um zur Erleuchtung zu gelangen? Dies soll durch Meditation, Chakren-Reinigung und sehr gewöhnungsbedürftigen Übungen erreicht werden. Häufig wird auf Wollmatten praktiziert, um sich vor störenden Energien zu schützen. 


10. Acro-Yoga

 

 

Ein neuer Stil, der zu zweit bzw. zu dritt ausgeführt wird, vergleichbar mit Partnerakrobatik. Es braucht viel Vertrauen, da man zu zweit hochakrobatische Positionen ausführt. Für die Hebepositionen ist es von Vorteil einen Mann als „Base“ zu haben und eine Frau, die die Hebeposition fliegend ausführen kann. Die dritte Person nennt man „Spotter“, der die Aufgabe hat zu assistieren.  Ein sehr gemeinschaftlicher Yoga-Stil für Menschen, die gerne Nähe haben und sich eben auch einiges an Akrobatik zutrauen. 

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